Eine Ausbildung zum/r Landschaftsgärtner/in bedeutet Arbeiten mit Natur und Technik

Ein grüner Beruf mit vielen Herausforderungen
Landschaftsgärtner-Azubi arbeitet über den Dächern der Stadt

Eigentlich wollte er zunächst nur ein Praktikum machen. Doch dann entschied sich der Abiturient Christian Werminghaus, direkt eine Ausbildung zum Landschaftsgärtner zu beginnen. Nach seinem Schulabschluss standen ihm eine Vielzahl an Ausbildungsberufen und Studiengänge offen. Dass er sich für das Anlegen und Pflegen von Grünanlagen entschied, liegt an seinem Interesse für Natur und Umwelt: Mein Großvater ist Jäger und hat mich daher immer wieder mit in den Wald genommen. Ich bin sozusagen mit Bäumen, Pflanzen und Natur aufgewachsen. Ich habe mich nach Berufen in der grünen Branche umgesehen und bin dabei auf den Landschaftsgärtnerbetrieb gestoßen, bei dem ich heute meine Ausbildung mache.

Spezialgebiet: Dachbegrünung

Werminghaus hat sich bei Gartenhof Küsters, einem größeren mittelständischen Betrieb für Landschaftsbau beworben. Hier werden ... junge Menschen ausgebildet, jeder mit einem eigenen Ausbilder, sodass sich ausreichend Gelegenheiten bieten, die verschiedenen Aufgabenbereiche des Berufes kennenzulernen - Pflanzen, Schneiden und alles, was zur Pflege von Gärten, Parks und Grünanlagen dazugehört. Ein Bereich begeistert Werminghaus besonders: die Dachbegrünung, auf die er sich in seinem späteren Berufsleben gerne spezialisieren will. Immer mehr Flächen werden versiegelt - durch Bebauung oder Pflasterung. Doch Grünflächen tragen dazu bei, dass bei starken Regenfällen das Wasser langsamer versickern kann. Auch für Luft und Klima sind sie wichtig. Mit der Begrünung von Dächern können wir einen Beitrag leisten, wieder mehr Grün in die Stadt zu bringen, erklärt Werminghaus.

Technische Hilfsmittel

Besonders spannend war es für den Auszubildenden, bei dem Neubau mehrerer Dachgärten mitwirken zu können. Es sind aber auch ganz praktische Dinge, die dem Neunzehnjährigen an seiner Arbeit über den Dächern Düsseldorfs gefallen. Man trägt Verantwortung für eine technisch anspruchsvolle Pflanzung und ganz nebenbei genieße ich die Aussicht. Auch der Einsatz von Technik spielt in der Ausbildung eine große Rolle. Nach einer entsprechenden Schulung und Einweisung durch seinen Ausbilder darf Werminghaus nun sogar größere Maschinen bedienen. Viele Arbeiten werden heute durch den Einsatz von technischen Hilfsmitteln erleichtert. Die Arbeit bleibt zwar körperlich anstrengend, ich sehe das aber eher als Herausforderung. Vorallem sitze ich hier nicht den ganzen Tag in geschlossenen Räumen, wie in der Schule.

Angebote für Auszubildende

Wer noch auf der Suche nach dem richtigen Beruf ist, dem rät Werminghaus: Man sollte sein Hobby zum Beruf machen. Ich habe mich gefragt, wofür ich mich auch außerhalb der Schule interessiere und dann nach passenden Berufen gesucht. Vor seiner Ausbildung hat Werminghaus ein Praktikum in einem anderen handwerklichen Beruf gemacht. Es war für mich eine gute Erfahrung, das mal selbst auszuprobieren. Mir haben aber das Arbeiten an der frischen Luft mit Pflanzen gefehlt. Das gehört für mich einfach dazu. Sogar die lateinischen Pflanzennamen lerne ich gerne. Schließlich ist das etwas, was nicht jeder weiß. Das Ausbildungsförderwerk Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e. V. (AuGaLa) will dieses Interesse bei Auszubildenden fördern. Unter anderem bieten wir Ihnen eine App fürs Smartphone, mit der die angehenden Landschaftsgärtner direkt vor Ort nach Namen und Eigenschaften von Pflanzen suchen können, erklärt N.N. vom AuGaLa. Demnächst wird auch das digitale Berichtsheft eingeführt, das es den Auszubildenden viel einfacher macht, ihre täglichen Aktivitäten schriftlich festzuhalten. Unter www.landschaftsgaertner.com bietet das Ausbildungsförderungswerk außerdem viele interessante Informationen für angehende Auszubildende.

Weiterbildungsmöglichkeiten

Weil er mit Abitur in die Ausbildung ging, konnte Werminghaus direkt ins zweite Lehrjahr einsteigen und die Ausbildungszeit um 12 Monate verkürzen. Nach seiner Prüfung will er ein Ingenieurstudium im Garten- und Landschaftsbau beginnen. Ich bin mir sicher, dass mir die Erfahrungen aus meiner Ausbildungszeit dabei sehr nützlich sein werden - besonders was die Dachbegrünung angeht. Außerdem möchte ich noch einen Baumkletterschein machen. Der Beruf bietet mir sehr viele Möglichkeiten. Die Mitschüler von Werminghaus aus seiner Berufsschulklasse wollen nach der Prüfung ganz unterschiedliche Wege gehen: einige werden als Geselle weiterarbeiten, um später einen Abschluss als Meister oder Techniker zu machen, andere streben ein Fachabitur an.

Bildimpressionen

Gartenhof Küsters - Eine Ausbildung zum/r Landschaftsgärtner/in bedeutet Arbeiten mit Natur und Technik
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